Ergebnisse einer Studie zur Wirksamkeit technischer Einbruchsprävention

Im März 2003 hat das Deutsche Forum für Kriminalprävention (DFK) Herrn Prof. Dr. Thomas Feltes M.A., Lehrstuhl für Kriminologie, Kriminalpolitik und Polizeiwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum, gebeten, eine wissenschaftliche Studie zur "Wirksamkeit technischer Einbruchsprävention bei Wohn- und Geschäftsobjekten" durchzuführen. Ziel des Projektes war, Empfehlungen für präventive technische Massnahmen der Einbruchssicherung zu erarbeiten. Dabei sollte insbesondere vorhandenes Täterwissen berücksichtigt werden.

Zu den Tätern kann gesagt werden, dass fast drei viertel der polizeilich registrierten Tatverdächtigen des Einbruchdiebstahls ihren Wohnsitz in der Tatortgemeinde oder zumindest im gleichen Landkreis haben. Lediglich jeder 20. Täter kommt aus einem anderen Bundesland und sogar nur jeder 50. Täter aus dem Ausland. Dies zeigt, dass der Einbruchdiebstahl in der Regel von Tätern begangen wird, die aus dem Umfeld des Tatobjektes kommen, dieses (und damit ggf. sogar die Eigentümer und/oder die Firmen) kennen oder zumindest kennen können.
Für viele Täter war die Objektlage von besonderer Bedeutung. Dabei wurde darauf geachtet, das die Einbruchsobjekte von wenigen Häusern umgeben waren und geringer Passantenverkehr vorhanden war. Auch die befragten Polizeibeamten gehen davon aus, dass sich der Wohnungseinbrecher einen verdeckten Zugang sucht. Bei Einfamilienhäusern sind dies die Rückseiten, die Terrassentür und Fenster. Die Erreichbarkeit des Objektes spielt ebenfalls eine Rolle, wobei eingeräumt wird, dass selbst die 1. und 2. Etage für die Täter dank "Steighilfen" kein Hindernis mehr darstellen.

Einbrecher nutzen folgende Schwachstellen in Einfamilienhäusern:

- Fenstertüren 52,05%
- Fenster 26,49%
- Haustüren 13,88%
- Kellertüren 3,78%
- Kellerfenster 3,15%


Bei Mehrfamilienhäusern sind folgende Schwachstellen betroffen:

- Wohnungseingangstüren 54,60%
- Fenstertüren 25,66%
- Fenster 19,73%

Die am häufigsten angewandte Technik nach dem Einschlagen ist der Einsatz von Stemmeisen, das Aufhebeln mit Schraubendreher oder dem massiveren "Kuhfuss", wobei letzterer eingesetzt wird, wenn es sich um breitere Flächen handelt, die aufgehebelt werden sollen. Diesen Vorgehensweisen folgt das etwas professionellere Vorgehen in Form von "Zylinderschlossabdrehen".
Insbesondere der Faktor Zeit spielt im Bereich der mechanischen Sicherungstechnik eine grosse Rolle, da die meisten Einbrüche sowohl bei Amateuren als auch bei Profis nicht länger als 20 Minuten dauern. Kommt der "normale" Einbrecher, also das Gros der Täter, nicht innerhalb von zwei bis fünf Minuten in das Gebäude, wird er die Tatausführung abbrechen und zum nächsten Objekt gehen. Dabei spielen insbesondere Zusatzsicherungen an Türen und Fenstern eine grosse Rolle und geben wirkungsvollen Schutz.

In der durchgeführten Studie wird aufgezeigt, wie wichtig die Berücksichtigung der Aspekte Sicherheitstechnik, Verhalten und soziales Umfeld zum Schutz vor Einbruch sind. Dabei sollte die Kriminalprävention nicht alleine als Pflicht der Polizei, sondern vielmehr als Gemeinschaftsaufgabe von Polizei, Kommunen und Bürger anzusehen sein.

...Auszüge aus der Broschüre "Ergebnisse einer Studie zur Wirksamkeit technischer Einbruchsprävention", Herausgeber: Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes, Zentrale Geschäftsstelle, Taubenheimstrasse 85, 70372 Stuttgart, Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention, c/o Bundesverwaltungsamt, Gotlindestrasse 91, 10365 Berlin.

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